Eisbären auf Grönland: Die Bundesregierung plant unter anderem die Einführung einer „Nachhaltigkeitsampel“ für Geldanlagen. © picture alliance / blickwinkel/AGAMI/V. Legrand | AGAMI/V. Legrand
  • Von Juliana Demski
  • 05.05.2021 um 13:03
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Mit einer neuen Finanzstrategie will die Bundesregierung nachhaltige Geldanlagen attraktiver machen. Insgesamt ist die Rede von 26 Einzelmaßnahmen – darunter auch eine sogenannte Nachhaltigkeitsampel, die grüne Investments leichter erkennbar machen soll. Hier kommen die Details.

Sogenannte ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance, also Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung) werden für Anleger hierzulande immer wichtiger. Einem Bericht des Magazins „Spiegel“ zufolge plant die Bundesregierung deshalb eine neue Finanzstrategie zur Förderung nachhaltiger Geldanlagen. Die sogenannte „Sustainable-Finance-Strategie“ beinhalte 26 Einzelmaßnahmen und soll wohl noch diese Woche vom Kabinett beschlossen werden.

Wie das Magazin weiter berichtet, soll es laut dem vorliegenden Entwurf in naher Zukunft eine „Nachhaltigkeitsampel“ geben. Das Ziel: grüne Anlagen besser zu kennzeichnen und leichter erkennbar zu machen. Außerdem plane der Bund, Aktienanlagen von 9 Milliarden Euro in den Pensions- und Versorgungsfonds umzuschichten und sich von Investoren verstärkt über grüne Anleihen Geld zu besorgen.

Deutschland soll „Sustainable-Finance-Standort“ werden

„Die Bundesregierung will Deutschland zu einem führenden Sustainable-Finance-Standort ausbauen“, zitiert der „Spiegel“  aus dem Konzept. Die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sollten dabei im Zentrum stehen – und auch mit der EU wolle man sich verstärkt abstimmen. Falls dies nicht zeitnah möglich sei, wolle sich die Regierung stattdessen mit dem Umweltbundesamt zusammensetzen.

„Das System soll Anlegern und Anlegerinnen schnell und einfach Hinweise geben, Nachhaltigkeit bei der Vermögensanlage einzuschätzen und zu berücksichtigen“, zitiert das Magazin weiter aus dem Dokument.

Weitere grüne Anleihen in Planung

Auch seien – nach den ersten beiden erfolgreichen „Green Bonds“ aus dem vergangenen Jahr – weitere grüne Anleihen in Planung. Noch für Mai sei ein 30-jähriger „Green Bond“ geplant, wie der Spiegel weiter berichtet. Im zweiten Halbjahr solle dann eine zehnjährige Anleihe folgen.

Für die Vergabe von Bürgschaften für Unternehmen wolle die Regierung zudem neben den bisherigen Kriterien wie der wirtschaftlichen Tragfähigkeit auch Nachhaltigkeitsaspekte stärker betrachten. Ähnliches ist bei „Hermes“-Krediten für Geschäfte im Ausland geplant, schreibt das Magazin weiter. Im neuen Konzept heiße es dazu: „Künftig sollen bei den Exportkreditgarantien über die bereits bestehenden Anreizmodelle hinaus besonders klimafreundliche Projekte von zusätzlichen günstigen Deckungskonditionen profitieren.“

Das Bundesfinanzministerium solle noch in diesem Jahr beschließen, wie die Finanzaufsicht Bafin bei dem Thema alle personellen und technologischen Ressourcen bekommen könne. Außerdem solle die Zusammenarbeit mit anderen Behörden verbessert werden; und auch Mitarbeiter sollten vermehrt Schulungen in Sachen Nachhaltigkeit durchlaufen.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist seit 2021 Junior-Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört sie seit 2016 an.

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