20-Jahres-Prognose Pflegewahrscheinlichkeit sinkt, Pflegefälle steigen trotzdem

Eine Pflegekraft kümmert sich in einem Pflegeheim um eine ältere Dame und kontrolliert den Blutdruck. In den kommenden 20 Jahren wird es immer mehr über 85-jährige Menschen geben und damit steigt der Pflegebedarf.
Eine Pflegekraft kümmert sich in einem Pflegeheim um eine ältere Dame und kontrolliert den Blutdruck. In den kommenden 20 Jahren wird es immer mehr über 85-jährige Menschen geben und damit steigt der Pflegebedarf. © dpa/picture alliance

In England wird der Pflegebedarf in den kommenden Jahren stark ansteigen. Grund dafür: Es wird immer mehr alte Menschen über 85 Jahre geben. Das ergibt eine Modellrechnung von Forschern der Universität Newcastle. Die gute Nachricht: In der Altersgruppe 65 bis 74 Jahre werden mehr Menschen eigenständig leben können als in früheren Generationen. Auf Deutschland sind die Ergebnisse übertragbar.

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Die gute Nachricht, die Forscher der Universität von Newcastle verbreiten, klingt so: Die Anzahl der Über-65-Jährigen in der englischen Bevölkerung, die selbstständig leben können und nicht auf Pflege angewiesen sind, wird in den kommenden 20 Jahren um mehr als 60 Prozent steigen. Vor allem bei den Männern in der Altersgruppe 65 bis 74 Jahre werden zwischen 2015 und 2035 immer mehr ohne Hilfe auskommen.

Doch auch dieses Ergebnis hat das Mikrosimulationsmodell der englischen Wissenschaftler erbracht: Wer zukünftig 85-Jahre oder älter ist, wird ähnlich pflegebedürftig sein wie es heute schon der Fall ist. Allerdings wird sich die absolute Zahl der Betroffenen fast verdoppeln – einfach, weil künftig viel mehr Menschen dieses Alter erreichen.

„Die Studie verwendet ein dynamisches Mikrosimulationsmodell, das heißt eine Computersimulation einer Bevölkerung, die repräsentiert wird durch eine repräsentative Stichprobe einzelner Individuen und deren Charakteristika“, kommentiert Martin Spielauer, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO), die Studien-Methodik der englischen Forscher gegenüber dem Ärzteblatt.

Was bedeutet das für Deutschland?

Der Ansatz erlaubt demzufolge die detaillierte Modellierung individueller Lebensläufe im familiären Kontext inklusiver chronischer Erkrankungen, das Zusammentreffen unterschiedlicher Erkrankungen und resultierende Pflegeintensitäten. Auch das Risikoverhalten werde erfasst, wodurch der Stellenwert von Prävention auf den zukünftigen Pflegebedarf abgeschätzt werden könne.

Auch auf Deutschland können diese Ergebnisse übertragen werden. Das meint Timothy Riffe vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung, Rostock gegenüber dem Ärzteblatt. Hier gebe es heute eine große Anzahl 45- bis 55-Jährige, tatsächlich sogar ein viel größerer relativer Anteil als in Großbritannien.

Gesundheitsprävention extrem wichtig

„Eine Unze Prävention ist ein Pfund Heilung“, lautet sein Fazit und empfiehlt: „Reduzieren Sie heute Risikofaktoren wie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum und beschränken Sie Verhaltensweisen, die zu Übergewicht führen, wie zum Beispiel Auswahl ungesunder Lebensmittel, unzureichende Bewegung, Stress und schlechte Schlafqualität – diese sind alle eng miteinander verbunden.“

Die Risikofaktoren Übergewicht, Rauchen und übermäßiges Trinken in Schach zu halten, werde in den kommenden Jahrzehnten einen großen Beitrag zur Verringerung der Belastungen des Alterns leisten. Das sei billiger, als die verschiedenen Krankheiten zu behandeln, meint Riffe gegenüber dem Ärzteblatt.

Beim Thema Demenz jedoch sehe die Lage anders aus. „Demenz ist anders als die anderen Krankheiten: Wir wissen nicht, wie wir sie verhindern können, und auch nicht, wie wir sie heilen können. Aus diesem Grund ist Demenz und die zukünftige Belastung durch Demenz ein wissenschaftliches Grenzgebiet, das zusätzliche Investitionen erfordert“, so der Wissenschaftler. 

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