Rentenpläne kosten 852 Milliarden Euro

Der Rentenexperte Bernd Raffelhüschen sieht die neuen Rentenpläne von SPD und Union kritisch und warnt vor künftigen Milliardenbelastungen.

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Die langfristigen Kosten der Rentenpläne von SPD und Union kommen die Jugend teuer zu stehen, wie die „Welt am Sonntag“ berichtet. Demnach belaufe sich die Belastung durch Mütterrente, bessere Erwerbsminderungsrente, die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren sowie die Mindestrente für Geringverdiener laut des Ökonom Bernd Raffelhüschen auf 852 Milliarden Euro.

„Der Staat müsste also jetzt 842 Milliarden Euro bilden, wenn er verhindern wolle, dass die Rentengeschenke die Jungen zusätzlich belasten“, so Raffelhüschen gegenüber der „Welt am Sonntag“. „Unsere Barwertrechnung verdeutlicht, dass die Rentengeschenke sehr viel teurer sind, als es auf den ersten Blick scheint – und dass die Jungen sie bezahlen.“

Die Sache mit der verdeckten Verschuldung

Die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren schlägt dabei am meisten zu Buche. Gefolgt von der stärkeren Anrechnung von Erziehungszeiten für Mütter.

Raffelhüschen verweist dabei auf die implizite Verschuldung, die in den Sozialsystemen stecke, da mögliche Ansprüche nicht mit Kapital abgesichert seien. Diese verdeckte Verschuldung belaufe sich nach Meinung des Ökonomen auf 146 Prozent des BIP. Damit hätte Deutschland eine Gesamtverschuldung von 227 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Die neuen Rentenpläne könnten diese laut Raffelhüschen jedoch noch auf 260 Prozent erhöhen. Zudem werde der im Rentenrecht vorgeschriebene Beitragssatz bis 2030 von 20 Prozent nicht zu halten sein. Der Ökonom erwartet hier vielmehr einen Anstieg auf 26 Prozent.

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