Maschmeyer-Erpresser bleibt unbekannt

Carsten Maschmeyer und Veronica Ferres
Carsten Maschmeyer und Veronica Ferres

Carsten Maschmeyer muss weiter in Ungewissheit leben. Die Polizei konnte seinen Erpresser nicht ermitteln und stellt das Verfahren ein.

| , aktualisiert am 12.11.2014 11:08  Drucken

Die Staatsanwaltschaft in Hannover hat das Verfahren gegen Unbekannt im Bedrohungsfall Carsten Maschmeyer eingestellt, berichtet die „Neue Presse". „Wir haben die Sache sehr ernst genommen“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge gegenüber der Tageszeitung. Obwohl die Ermittler alle Spuren auf den anonymen Drohbriefen auswerteten, hätten sie keinen Verdächtigen ermitteln können. „Es konnten weder DNA-Spuren noch sonstige Hinweise gefunden werden, die auf den Verfasser hinweisen“, so Klinge weiter. Außerdem hätten die Ermittler auch keine wirkliche Gefahr für den AWD-Gründer feststellen können.

Bei Maschmeyer waren am 25. April und am 8. Mai zwei Erpresserschreiben mit Morddrohungen eingegangen. Der anonyme Schreiber soll ihn darin aufgefordert haben, nicht mehr rechtlich gegen die Bank Sarasin vorzugehen. Wenn es zu einem Gerichtsverfahren käme, würde der Unternehmer dieses nicht mehr erleben, drohte der Erpresser.

Maschmeyer, seine Partnerin Veronica Ferres und Fußballtrainer Mirko Slomka hatten gemeinsam über die Schweizer Bank Sarasin 40 Millionen Euro in den Sheridan Solutions Equity Arbitrage Fund investiert. Die Luxemburger Fondsgesellschaft versprach hohe Renditen von bis zu 12 Prozent. Hierzu nutzten die Manager sogenannte Cum-Ex-Geschäfte, wobei sie kurz vor der Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft deren Aktien kauften (cum) und sie nach der Versammlung und damit nach der vom Kurswert abgezogenen Dividende direkt wieder verkauften (ex).

Der Fonds kassierte die Dividenden und das Management berief sich beim Bundeszentralamt für Steuern auf ein zwischenstaatliches Abkommen, wonach ihnen der deutsche Staat die Kapitalertragsteuer auszahlte. Seit 2012 sind diese Nachweispflichten in Deutschland neu geregelt und Cum-Ex-Geschäfte sowie eine Auszahlung der Kapitalertragsteuer verboten. Somit bekommen die Anleger kein weiteres Geld ausgezahlt.

Maschmeyer will von dem Vorgehen nichts gewusst haben, fühlt sich falsch beraten und wartet auf die Rückzahlung mehrerer Millionen Euro. Bisher hat er von seinem Geld jedoch nur 26 Millionen Euro wiedergesehen.

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