Deutsche Versicherer sind heiß auf globale Aktien

Institutionelle Investoren in Europa planen, Staatsanleihen aus Industrienationen zu verkaufen und dafür stärker in internationale Aktien und alternative Anlagen zu investieren. Gerade die Deutschen sind hier ganz vorne mit dabei.

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Das zeigt die jüngste Risk-Monitor-Umfrage von Allianz Global Investors (AGI). Rund 30 Prozent der mehr als 400 Befragten wollen danach den Anteil internationaler Aktien am Portfolio erhöhen. Interesse besteht auch an Schwellenländeraktien, die 21 Prozent der Befragten in Europa verstärkt kaufen wollen. Schwächer ausgeprägt sind diese Pläne bei Aktien des Heimatmarkts, nur 19 Prozent wollen hier den Anteil erhöhen, 12 Prozent wollen ihn verringern.

Schaut man sich die Investorengruppen genauer an, zeigt sich, dass mit 39 Prozent deutlich mehr Versicherungen als Banken (27 Prozent) den Anteil internationaler Aktien in ihren Portfolien anheben wollen. Nur 2 Prozent der Versicherer gaben an, den Anteil internationaler Aktien zu verkleinern, bei den befragten Banken waren es 6 Prozent.

Die Deutschen wollen internationale Aktien

Dazu passt der Trend, dass europäische Versicherer den Anteil von Aktien aus dem Heimatmarkt eher verringern wollen (16 Prozent wollen den Anteil erhöhen, 26 Prozent wollen ihn verringern), während die Banken inländische Aktien zukaufen wollen (21 Prozent wollen den Portfolioanteil erhöhen und nur 7 Prozent ihn reduzieren).

Gerade bei den befragten Investoren in Deutschland besteht ein größeres Interesse an internationalen Aktien. Rund 27 Prozent planen deren Anteil im Portfolio zu erhöhen, eine Verringerung des Anteils plant hingegen keiner der Befragten. Im internationalen Vergleich ist auch das Interesse deutscher Investoren an Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern vergleichsweise stark. Rund 28 Prozent wollen den Portfolioanteil erhöhen, die europäischen und globalen Werte liegen hier bei 16 beziehungsweise 15 Prozent).

Erträge stabil halten

„Die geplanten Umschichtungen zugunsten internationaler Aktien zeigen klar, dass Versicherungen in Europa trotz regulatorischer Beschränkungen aktiv daran arbeiten, die Erträge aus der Kapitalanlage für ihre Kunden stabil zu halten und ihre Abhängigkeit vom Zinsniveau zu verringern“, sagt Karl Happe, der bei Allianz Global Investors Europe die Anlagestrategie für Versicherer verantwortet. „Allerdings sollte man nicht davon ausgehen, dass die Allokationsentscheidung von vielen Versicherungen in Richtung internationaler Aktien über hohe Volumina unmittelbar den Markt beeinflusst. Vielmehr ist von einer graduellen Bewegung auszugehen, da die im Rahmen von Solvency II geplanten Eigenkapitalvorschriften für Versicherungen dem Aktienanteil Grenzen setzen.“

Fremdkapitalinvestitionen im Infrastrukturbereich seien wegen ihrer stetigen Erträge und den verbindlichkeitskongruenten Laufzeiten ein besseres Substitut für Staatsanleihen im Portfolio eines Versicherers, findet Happe. „Ein wachsendes Interesse an dieser relativ neuen Anlageklasse dokumentiert auch die Risk-Monitor-Umfrage.”

Skepsis bei alternativen Anlagen

Deutsche Investoren gaben sich in der Umfrage indes weniger überzeugt von alternativen Anlageklassen als die Befragten im internationalen Ausland. So stimmten deutlich weniger Befragte der Aussage zu, dass mit alternativen Anlageklassen höhere Renditen (14 Prozent in Deutschland gegenüber 29 Prozent global) oder die Abkopplung von der allgemeinen Marktvolatilität (27 Prozent in Deutschland gegenüber 41 Prozent global) möglich seien. Insgesamt scheinen deutsche Investoren auch vergleichsweise skeptisch was ihre Fähigkeit anbelangt, die Risiken von alternativen Anlageformen adäquat zu messen (7 Prozent in Deutschland gegenüber 18 Prozent global).

Den kompletten Report gibt es hier zum kostenlosen Download.

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