Deutsche halten am Sparbuch fest

Niedrigzinsumfeld hin oder her: Die Deutschen sparen munter weiter. Das geht aus einer Umfrage von Union Investment hervor.

| , aktualisiert am 07.11.2014 21:36  Drucken

Die Deutschen haben die Freude am Sparen noch nicht verloren, so das Ergebnis einer Umfrage von Union Investment zum Anlageverhalten im dritten Quartal 2014 unter 500 Anlegern in der Bundesrepublik. Für 90 Prozent ist es ein schönes Gefühl, wenn man sich durch Sparen etwas leisten kann. Lediglich 17 Prozent denken, dass es sich derzeit nicht lohnt.

Vor diesem Hintergrund legen gut drei Viertel der Befragten (77 Prozent) monatlich einen festen Betrag zur Seite. Mindestens 100 Euro pro Monat sparen mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Anleger. Ein Viertel gibt an, zwischen 50 und 100 Euro zurückzulegen. Nur vier Prozent wenden monatlich weniger als 50 Euro auf.

Liquidität ist gefragt

Flexibilität spielt für deutsche Anleger eine bedeutende Rolle, insbesondere mit Blick auf die freie Verfügbarkeit des Ersparten: Neun von zehn Finanzentscheider halten es für notwendig, dass sie immer auf einen Teil ihres Vermögens zugreifen können. Wie groß dieser Anteil am Vermögen sein soll, ist sehr unterschiedlich ausgeprägt: Für 35 Prozent von ihnen sollte beispielsweise rund die Hälfte der Ersparnisse liquide sein. 22 Prozent würden sich schon mit einem Viertel des Vermögens zufrieden geben.

Der Wunsch nach Liquidität spiegelt sich entsprechend in den Anforderungen an Sparplan-Produkte wider: 71 Prozent der Befragten möchten bei Sparplänen keine Laufzeiten einhalten, wenn sie zwischenzeitlich an ihr Geld wollen.

Sparbuch, Sparkonto und Banksparpläne

Die Mehrzahl der Bundesbürger legt beim Sparen großen Wert auf Rendite: 81 Prozent achten darauf, dass sich Sparen lohnt. Doch lediglich 31 Prozent der Deutschen nehmen die niedrigen Zinsen zum Anlass, frühere Anlageentscheidungen zu hinterfragen. Die meisten Anleger bewegen sich weiterhin mit einem Großteil ihres Vermögens in niedrig verzinsten Anlagen. Sparbuch, Sparkonto und Banksparpläne sind mit 76 Prozent die meistgenutzten Anlageformen.

Dabei erkennen die Finanzentscheider durchaus die Vorteile aktienbasierter Anlagen: 43 Prozent sind der Meinung, damit auf lange Sicht die höchsten Erträge erzielen zu können. Die Bereitschaft, in Geldanlagen mit vorübergehenden Schwankungen zu investieren, ist jedoch gering: Für gut jeden zweiten Befragten (52 Prozent) darf das angelegte Geld niemals ins Minus rutschen. Trotzdem geben immerhin 45 Prozent an, dass sie zwischenzeitliche Kursverluste in Kauf nehmen würden, wenn sie dadurch langfristig einen deutlichen Mehrertrag erzielen können.

Pfefferminzia HIGHNOON