Berufshaftpflicht ist für Ärzte ein Muss

Mediziner sind eine lukrative Zielgruppe für Vermittler. Wie Berater bei Ärzten punkten können, und welche Produkte ein Muss sind.

| , aktualisiert am 29.06.2016 09:26  Drucken

Jedes Jahr werden rund 400.000 Vorwürfe wegen medizinischer Behandlungsfehler erhoben. Wenn es den Arzt ohne Haftpflichtschutz trifft, steht er vor dem finanziellen Ruin.

„Ärzte haften nach einem Aufklärungs-, Diagnose- oder Behandlungsfehler grundsätzlich mit ihrem gesamten Vermögen“, sagt Michael Schwarz, Leiter Sachversicherungen bei MLP. Die Berufshaftpflicht gehört damit zu den wichtigsten Versicherungen für Ärzte – und ist mittlerweile auch gesetzlich ein Muss.

5 Millionen Euro Deckungssumme sollten es schon sein, findet Schwarz: „Gerade bei Fachrichtungen mit hohem Gefahrenpotenzial wie Gynäkologie oder Chirurgie ist eine hohe Deckungssumme zu empfehlen.“

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Krankentagegeld und Berufsunfähigkeit

Zu den weiteren wichtigen Versicherungen für Mediziner gehören unter anderem Policen zum Thema Krankentagegeld und Berufsunfähigkeit (BU), die einen Einkommensausfall absichern. Aber zum Beispiel auch eine Praxisausfall-Versicherung.

Georg Kirschner von der A.S.I. Wirtschaftsberatung, die sich auf die Beratung von Ärzten spezialisiert hat: „Die Gesellschafts- und Tarifwahl hat eine besonders große Bedeutung, da schon zu Berufsbeginn die Option ‚Niederlassung‘ berücksichtigt werden muss. Entscheidende Auswahlkriterien sind ausreichend hohe Versicherungssummen in den einzelnen Berufsphasen und die notwendige Flexibilität.“

MLP-Berater Michael Schwarz ergänzt: „Eine Praxisausfall-Versicherung deckt nicht nur das Nettoeinkommen des Arztes ab, sondern auch laufende Kosten wie Miete oder Gehälter.“

Berater brauchen gutes Branchenwissen

An die Berater stellt das bestimmte Anforderungen. „Unsere Mandanten verlangen ein tiefes Berufsgruppen- und betriebswirtschaftliches Wissen“, sagt Kirschner.

Ganz logisch: Berater müssen wissen, wie eine Arztkarriere abläuft und welche Bedürfnisse der Kunde in jeder Phase hat. Hat er beispielsweise gerade seine Praxis gegründet und will eine Elektronikversicherung für Röntgenapparate, Ultraschall und andere Geräte abschließen, muss der Berater einschätzen können, welcher Wert dort herumsteht.

Wichtig sei dabei auch Hilfe von Außen. „Es bedarf eines intakten und kompetenten Netzwerks, unter anderem aus Rechtsanwälten, Steuerberatern und Standesvertretern“, so Kirschner.

Keinesfalls außer Acht lassen sollten Mediziner Versicherungen für die eigene Altersvorsorge. Experten verzeichnen in Deutschland einen Mangel an Ärzten und Zahnärzten. Dadurch steigen Einkommen, was natürlich gut ist. Nur: Durch sinkende Rentenansprüche wird die Rentenlücke umso größer.

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