Erbe und Pflege sind meist noch ungeregelt 30.000 Euro für die Pflege sind drin

Ruhestands-Studie der Gothaer: Die meisten Deutschen freuen sich auf die Rente. Sie sind gut abgesichert.
Ruhestands-Studie der Gothaer: Die meisten Deutschen freuen sich auf die Rente. Sie sind gut abgesichert. © Gothaer

Die Gothaer wollte wissen, wie es mit der Ruhestandsplanung der Deutschen aussieht. Das Ergebnis: Die meisten Befragten gehen davon aus, genug Geld im Alter zu haben. Sorgen machen sie sich eher nicht, stattdessen freuen sie sich auf das Plus an Freizeit. Es gibt aber auch Punkte, bei denen noch Handlungsbedarf besteht.

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86 Prozent der Deutschen ab 45 Jahren mit mittlerem bis hohem Haushalts-Nettoeinkommen freuen sich auf ihren Ruhestand. Sie hoffen dann auf mehr Zeit für Familie und Freunde (85 Prozent), Freizeit und Hobbies (84 Prozent) sowie Reisen (75 Prozent). Sorgenvoll blicken lediglich 5 Prozent der Befragten in Richtung Rente, das ermittelte die Ruhestandsstudie der Gothaer.

Auch wenn 44 Prozent der Befragten im Alter wohl weniger Geld zur Verfügung haben werden, so sind 90 Prozent von ihnen doch überzeugt, dass sie mit ihrem Vermögen und ihren laufenden Einnahmen alle Kosten decken können. Ungeregelt sind hingegen oft das Pflegerisiko und Erbschaftsangelegenheiten.

Gerade beim Erbe seien nur einzelne Punkte geklärt. Eine systematische Vorbereitung gebe es hingegen kaum und über steuersparende Maßnahmen wie rechtzeitige Geldschenkungen hätten sich gerade einmal 12 Prozent Gedanken gemacht, mahnt die Studie.

Laut Befragung setzen 47 Prozent der Deutschen auf die gesetzliche Erbfolge. Hohe Geldbeträge sollen vor allem an die eigenen Kinder (72 Prozent) oder den eigenen Lebenspartner (54 Prozent) gehen. Dabei handelt es sich bei 60 Prozent der Befragten um mindestens 20.000 Euro, die weiter gegeben werden sollen. 26 Prozent haben noch gar nichts geregelt, 50 Prozent verfügen zumindest über eine Patientenverfügung, eine Vorsorgevollmacht haben 42 Prozent ausgefüllt.

Kommt es zum Pflegefall, wollen 85 Prozent der Befragten in der eigenen Wohnung bleiben. 46 Prozent der Frauen könnten sich jedoch auch eine Senioren-WG vorstellen. 40 Prozent der Männer halten eine Seniorenwohnanlage für die bessere Wahl.

Die Gothaer fragte zudem nach den Mitteln für Pflegekosten: So können wohl rund zwei Drittel der zukünftigen Rentner im Schnitt 30.000 Euro aus dem persönlichen Vermögen aufbringen. Alle anderen wären mit solch hohen Pflegekosten jedoch finanziell überfordert.

Für die Studie befragte die Gothaer 1.005 Bürger ab 45 Jahren mit einem Haushalts-Nettoeinkommen von 2.500 Euro oder mehr. Die Umfrage führte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Januar durch.
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