Wohneigentum› Alle Artikel

Interview zur Schadensabwicklung „Ein Makler sollte ein gutes Netzwerk an Sanierungsbetrieben haben“

Lothar Droste ist Geschäftsführer der SchadenDienst24 GmbH und Vorstand der Deutsche Gütegemeinschaft Immobilien Schaden Service.
Lothar Droste ist Geschäftsführer der SchadenDienst24 GmbH und Vorstand der Deutsche Gütegemeinschaft Immobilien Schaden Service. © ISS

Kommt es – etwa nach einem Hochwasser – zu Schäden an Immobilien, ist der Makler oft erster Ansprechpartner des Kunden. Warum sich hierbei die Zusammenarbeit mit einem Netzwerk an Sanierungsbetrieben lohnt und inwiefern dies dem Image des Maklers gut tut, fragten wir Lothar Droste, Geschäftsführer des Netzwerks SchadenDienst24.

Pfefferminzia: Ihre erklärte Zielgruppe sind Makler, Sie kooperieren mit dem Versicherungsforum Leipzig und waren sogar Aussteller auf der wichtigsten Versicherungsmesse, der DKM in Dortmund.  Was macht eine Handwerkerfirma auf einer Versicherungsmesse?

Lothar Droste: Versicherer decken Kosten für Sachschäden, Handwerker beseitigen derartige Schäden, womit sich der Zusammenhang erklärt. Wir sprechen jetzt hier nicht von der zerbrochenen Fensterscheibe, sondern von schweren Schäden an Immobilien zum Beispiel durch Hochwasser. Hierzu ist hinreichend bekannt, dass Sachversicherer durchaus davon profitieren, wenn man im Vorfeld entsprechende Regeln zu Kosten, aber auch zur Einsatzbereitschaft, insbesondere für den Notfall, untereinander trifft. Wir verstehen uns als Schadensmanager, und damit als Partner auch der Makler.



In welchem Dilemma stehen Makler, wenn an einem Gebäude ein Schaden aufgetreten ist?

Oft ist der Makler im Schadenfall erster Ansprechpartner. Dabei wird der Kunde des Maklers von diesem Lösungen und aktive Hilfe, zumindest aber einen Tipp zu geeigneten Notdiensten erwarten.  Ein leistungsfähiger Versicherungsmakler sollte daher einen gut funktionierenden Notdienst in seiner Anbindung haben. Das wäre wichtig zur Schadenminderung, erleichtert bei professioneller Handhabe die ganze Schadensabwicklung, steigert aber auch sein Image beim Kunden.

Können Maklern Haftungsfolgen entstehen, wenn ein Gebäude nicht vernünftig saniert wird?

Zu Haftungsfragen möchte ich eher beruhigen, das ist Rechtsverkehr zwischen Versichertem und Sanierer. Eher ist es an der Tagesordnung, dass im Rahmen der Schadensteuerung der Versicherer Handwerksunternehmen vorschreibt, sehr preisorientiert zu arbeiten. Dann wird der Handwerksbetrieb insbesondere wichtige Hygieneleistungen schlicht und einfach nicht ausführen. Es ist auch sehr erstaunlich, dass diese Unterlassungen recht häufig auf Weisung erfolgen, obwohl es die eingesetzten Handwerker fachlich besser wissen.

Der Versicherungsnehmer als Laie bemerkt das natürlich erst viel später, zum Beispiel durch Geruchsbelastungen. Dann wird klar, dass die Versicherung womöglich Druck ausgeübt hat. Die Folge ist, dass oft der Eindruck entsteht, der Makler habe eine ungünstige Versicherung empfohlen. Und fast noch schwerwiegender ist der Verdacht, er habe den Sanierer im Auftrag des ausgewählten Versicherungsunternehmens zur Schadenbeseitigung geschickt und wegen des Preisdrucks nicht besonders sorgfältig ausgewählt.  

Wie können Makler denn überhaupt erkennen, ob eine Sanierung etwas taugt, oder nicht?

Der Makler wird in der Regel die Baustellen nicht überwachen. Erkennbar werden Differenzen meist nur, wenn der Fachhandwerker wichtige Maßnahmen ergreift, diese jedoch in der Schadensachbearbeitung als unnötig in Regulierungsturbulenzen geraten. Auflösbar erscheinen solche fachlichen Differenzen dann nur über eingesetzte Bausachverständige, die sich dann mit der Auffassung des Schadenregulierers auseinanderzusetzen haben. In einem solchen Stadium ist ein professionelles Schadensmanagement von hohem Nutzen.

Außerdem sollte der Makler auch Zugriff auf unabhängige Bausachverständige haben, die beratend zur Seite stehen können, aber auch im Zweifelsfall ein Privatgutachten für den Versicherungsnehmer erstellen können. Hierzu bieten wir mit dem www.schadenhaus.de einen guten Einblick in die üblichen Schritte im Schadenfall.

1 2

Direkt zu dieser News
Kommentar : „Man sollte die Kündigungsmöglichkeiten der Wohngebäudeversicherer einschränken“
Kommentar „Man sollte die Kündigungsmöglichkeiten der Wohngebäudeversicherer einschränken“

Die Wohngebäudeversicherung hat eine Sanierung dringend nötig. Die Art und Weise, wie die Versicherer das aktuell handhaben, findet Makler Hubert Gierhartz allerdings „jämmerlich“. Er schlägt stattdessen eine Pflichtversicherung für bestimmte Risiken vor. mehr...

Umfrage bei Wohngebäudeversicherern: Sanierung der Branche zeigt noch nicht die erhoffte Wirkung
Umfrage bei Wohngebäudeversicherern Sanierung der Branche zeigt noch nicht die erhoffte Wirkung

Rund 90 Prozent der Wohngebäudeversicherer setzten in den vergangenen Jahren auf neue Tarifmodelle und hofften so, die Erträge in diesem Bereich steigern zu können. Erste Erfolge sind sichtbar, doch doch es gibt noch einiges zu tun. mehr...

Nasse Wand: Wer zahlt den Schaden in der Dusche?
Nasse Wand Wer zahlt den Schaden in der Dusche?

Die Nasszelle ist ein sensibler Bereich für Versicherer: Hier haben Nachlässigkeiten und Verletzungen der Obliegenheiten schnell gravierende Folgen. Umso mehr stellt sich die Frage, wer in welchem Umfang für derlei Schäden aufkommt. Nun urteilte zu dieser Frage das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht. mehr...

Immobilie als Kapitalanlage: Verbraucherportal warnt vor sinkenden Renditen
Immobilie als Kapitalanlage Verbraucherportal warnt vor sinkenden Renditen

Die Wohnimmobilienpreise in deutschen Großstädten steigen weiter, zudem ist Baugeld günstig zu haben – da liegt es für viele Deutsche nahe, ihr Erspartes in ein Eigenheim zu investieren. Das Verbraucherportal Finanztip warnt nun allerdings vor solch einem Schritt. Die Gründe erfahren Sie hier. mehr...

Sicherheit im Smart Home: „Kind muss erst in den Brunnen fallen, bevor reagiert wird“
Sicherheit im Smart Home „Kind muss erst in den Brunnen fallen, bevor reagiert wird“

Rund ein Viertel der Bundesbürger besitzt ein Smart-Home-Produkt, hat eine aktuelle Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung ergeben. Tendenz steigend. Was das Leben einfacher machen soll, birgt aber auch Risiken, wie der jüngste Angriff auf die Telekom-Router gezeigt hat. Wie groß die Gefahr durch Sicherheitslücken ist, erklärt Reinhard Heymann, Geschäftsführer von Q-Data Service. mehr...

Analyse von Catella Research: Was 2017 auf den Immobilienmärkten passiert
Analyse von Catella Research Was 2017 auf den Immobilienmärkten passiert

Das neue Jahr soll erneut ein sehr gutes Jahr für Immobilien werden. Diese – vermeintlich – einfache Feststellung von Catella Research basiert auf einer Reihe von Kurz-, Mittel- und Langfristfaktoren, die die Analysten in acht Thesen zusammengefasst haben. mehr...

Neu: WhatsApp-Service
© by WhatsBroadcast