Top-ThemaAssekuranz 2020

IDD-Richtlinie „Wenn der Kunde es wünscht, muss der Berater die Provision offenlegen“

Rechtsanwalt und AfW-Vorstand Norman Wirth
Rechtsanwalt und AfW-Vorstand Norman Wirth © Christof Rieken

AfW-Vorstand Norman Wirth über die Vorgaben der IDD-Richtlinie für den Versicherungsvertrieb, die Freiheiten bei der Umsetzung in Sachen Vergütung und Transparenz und die Rolle von Roboadvice.

Pfefferminzia: Die IDD trat bereits in Kraft und soll die Versicherungsvermittlung weiter harmonisieren. Gelten damit gleiche Anforderungen für alle Vertriebswege?

Norman Wirth: Ja, die Richtlinie ist umbenannt worden und heißt nun nicht Versicherungsvermittlungs-, sondern Versicherungsvertriebsrichtlinie. Sie betrifft alle Vertriebswege, auch die Banken, die Ausschließlichkeitsvertreter der Versicherer und den Online-Vertrieb. Allerdings sind auch wieder Ausnahmen eingebaut, wie etwa für die Annexvermittler, die zum Beispiel als Reisebüros nebenbei Reiseversicherungen verkaufen.

Was fordert die IDD konkret zum Thema Vergütung?

Das Provisionsverbot ist in Brüssel zwar endgültig vom Tisch, jedes Land kann hierzu aber eine eigene Regelung erlassen. Unter der derzeitigen politischen Konstellation in Deutschland ist ein Provisionsverbot ausgeschlossen, denn es gibt eine Fülle klarer Aussagen aus der Regierungskoalition dazu. Mittlerweile ist das Bewusstsein in der Politik hinreichend geschärft worden, dass eine flächendeckende Versorgung mit Versicherungs- und Altersvorsorgeprodukten in der Bevölkerung über das Provisionssystem weiterhin Bestand haben wird.

Die Transparenz steigt weiter. Kommt die Provisionsoffenlegung in Euro und Cent?

Die IDD ist als Harmonisierung mit Mindeststandard angelegt, die nationalen Regulierungen können, müssen aber nicht weitergehen. Die IDD fordert speziell bei den Versicherungsanlageprodukten, also bei Anlageprodukten im Versicherungsmantel wie Fondspolicen, eine „Soft Disclosure“ zur Provisionsoffenlegung. Das heißt, der Vermittler muss hier seine Provision – soweit das möglich ist – in Euro und Cent offenlegen, allerdings nur auf Nachfrage des Kunden. Ist das nicht möglich, muss er zumindest erklären, wie sich die Provision zusammensetzt. Deutschland kann das aber auch anders regeln und eine „Hard Disclosure“ erlassen. Dann müsste der Vermittlers die Provision immer offenlegen, auch wenn der Kunden nicht fragt.

Roboadvice, also Vertrieb ohne persönliche Beratung, ist derzeit durch die Fintechs in aller Munde. Inwieweit erfasst die IDD diese neuen Formen?

Eigentlich ermöglicht die IDD erst Roboadvice, weil sie ganz konkret auch den Online-Vertrieb reguliert. In Deutschland gibt es andererseits aber bereits davon abweichend das Versicherungsvertragsgesetz (VVG), das mit nur wenigen eng gefassten Ausnahmen eine allgemeine Beratungspflicht vorsieht. Jeder Vermittler muss bei der Vermittlung einer Versicherung den Kunden auch beraten. Brüssel unterscheidet mit der IDD aber konkret in Beratung mit Vermittlung und in beratungsfreie Vermittlung. Hier muss also auch der deutsche Gesetzgeber die Umsetzung zu den bestehenden Gesetzen angleichen. Wie das passiert, ist noch unklar.
1 2

Wiederanlage: „Man darf aus dem Geldsegen nicht sofort wieder ein Geldgeschäft machen“
Wiederanlage „Man darf aus dem Geldsegen nicht sofort wieder ein Geldgeschäft machen“

Wie gehen versierte Berater mit dem Thema Wiederanlage um? Finanzplaner Christian Geier, Vertriebsvorstand von FP Finanzpartner, schildert seinen Beratungsansatz und seine Erkenntnisse. mehr...

Digitalisierung: Erst das Internet, dann der Vertreter
Digitalisierung Erst das Internet, dann der Vertreter

Wenn es bei den Deutschen mal wieder ein neues Versicherungsprodukt sein soll, dann zeigen sich 86 Prozent der Bundesbürger Versicherungsvertretern gegenüber eher abgeneigt. Jeder Zweite sucht lieber erst im Internet nach Infos und wird dann auch fündig. Das zeigt die Studie „Digital Insurance Monitor 2016“ des Dienstleistungsunternehmens CSC. mehr...

Studie sagt Belastung von bis zu 240 Milliarden Euro voraus: Lebensversicherer ächzen unter Zinszusatzreserve
Studie sagt Belastung von bis zu 240 Milliarden Euro voraus Lebensversicherer ächzen unter Zinszusatzreserve

Für die Lebensversicherer wird es immer mühsamer, ihre Garantieversprechen zu erfüllen. So geht die Bildung des erforderlichen Reservetopfes – die Zinszusatzreserve (ZZR) – zunehmend an die Substanz: Laut aktueller Hochrechnungen der Ratingagentur Assekurata muss die Branche ausgehend von 32 Milliarden Euro im Jahr 2015 ein ZZR-Volumen von 150 bis 240 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025 stemmen. mehr...

Wie der US-Präsidentschaftszyklus die Märkte beeinflusst
Werbung


Quelle: Fotolia

Mit dem Sieg Donald Trumps bei der US-Präsidentschaftswahl hat kaum jemand gerechnet. Nun stellt sich die Frage, was der politisch unerfahrene Republikaner durchsetzen wird und welche Auswirkungen dies auf die Aktienmärkte haben wird.

Doch bereits kurz nach dem Wahlsieg ist ein Phänomen zu erkennen: Der seit 118 Jahren präzise US-Präsidentschaftszyklus. Wodurch zeichnet sich dieser aus und wie wirkt er sich auf die Börsen aus? Das lesen Sie hier.
Altersvorsorge in Zeiten der neuen Alltagsangst
Werbung



Die Alltagsangst in Bezug auf Terroranschläge hat auch Deutschland erreicht. Das verschwundene Gefühl der grundsätzlichen Sicherheit beeinflusst unter anderem auch das Investmentverhalten der Menschen.

Welche Auswirkungen dieses Phänomen auf Vermögensaufbau der Deutschen hat, erläutert im Videointerview Bernd Villhauer, Geschäftsführer des Weltethos-Instituts der Universität Tübingen.
My Folio
Werbung



Mit My Folio-Fondslösungen von Standard Life können Ihre Kunden die ständigen Marktschwankungen für Ihren Vermögensaufbau nutzen. Je nach individuellen Investmentzielen stehen dabei unterschiedliche chancen- oder sicherheitsorientierte Portfolios zur Auswahl.

My Folios-Produkte sind in den fondsgebundenen Rentenversicherungen Maxxellence Invest und Park Allee von Standard Life erhältlich. Warum My Folio? Das erfahren Sie im Video.
Die Hundertjährigen rücken näher
Werbung




Der unaufhaltsame demographische Wandel lässt die Deutschen immer älter werden. Dabei sind die Best Ager von heute immer dynamischer und wollen auch im höheren Alter aktiv ihr Leben gestalten. Umso wichtiger ist es, dass das dafür benötigte Kapital lebenslang ausreicht.

Welche Anlagekonzepte sich angesichts des aktuellen Niedrigzinsumfelds für die Altersvorsorge besonders eignen, lesen Sie hier.

My Standard Life
Werbung


Quelle: Fotolia

Automatisierte Prozesse und weitere nützliche Funktionen zeichnen das Vermittler- und Kundenportal der Standard Life aus. Hier können Sie zudem direkt auf die Angebotssoftware zugreifen und finden Informationen rund um die Produkt- und Servicehighlights der Standard Life.

Loggen Sie sich hier ein.